Zum Inhalt springen

ArtenArgentinischer Schwarzweisser Teju

Argentinischer Schwarzweisser Teju

Salvator merianae

Über einen Meter lang, klug wie ein Hund und in der Schweiz bewilligungspflichtig. Wer den Platz und die Bewilligung hat, bekommt eines der zugänglichsten Reptilien überhaupt.

Gruppe
Echse
Einordnung
Experte
Herkunft
Südamerika
Argentinischer Schwarzweisser Teju (Salvator merianae)
Foto: Giles Laurent, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Wo die Art herkommt

Weltregion
Südamerika
Länder
Argentinien, Uruguay, Paraguay, Ostbolivien und weite Teile Brasiliens
Lebensraum
Offene Wälder und Savannen mit Erdbauen

Zu dieser Art führt die App noch keine Herkunftsangabe. Die Verbreitung stammt hier aus der Fachliteratur.

Der natürliche Lebensraum ist der Massstab für die Einrichtung. Wer weiss, woher ein Tier stammt, versteht auch, warum es Wärmezonen, Verstecke und eine bestimmte Luftfeuchtigkeit braucht.

Haltung im Überblick

Dieselben Angaben stehen in der App im Steckbrief des Tieres.

Terrarium
Ein Gehege, kein Terrarium.
Temperatur
Sonnenplatz 45 °C, Umgebung 26–30 °C, kühle Ecke 24 °C, nachts 20–22 °C.
Luftfeuchtigkeit
60–70 %.
Licht
Starkes UV-B, zwölf Stunden.
Bodengrund
Mindestens 50 cm Erde-Sand-Gemisch. Tejus graben ausgedehnte Baue.
Einrichtung
Grosse Höhle, stabile Steine, Badebecken zum vollständigen Untertauchen.
Wasser
Grosses Becken.
Fütterung
Allesfresser: Insekten, Nager, Ei, Obst, Gemüse. Zwei- bis dreimal wöchentlich.
Verhalten
Tagaktiv, sehr aufmerksam, erkennt Personen. Ruhig, wenn früh und geduldig gewöhnt.
Umgang
Bei gewöhnten Tieren gut möglich. Kräftiger Biss und Schwanzhieb bei Stress.
Vergesellschaftung
Einzeln. Paare nur zeitweise zur Zucht.
Gesundheit
Verfettung bei zu reichlicher Fütterung; Winterruhe gehört zum Jahreslauf.
Jahresverlauf
Winterruhe von drei bis vier Monaten bei 15–18 °C, während der die Tiere kaum fressen.
Sicherheit
Tejus über einem Meter Gesamtlänge sind nach Art. 89 TSchV bewilligungspflichtig und verlangen einen Sachkundenachweis.

Rechtslage in der Schweiz

Bewilligung nötig

Bewilligungspflichtig. Art. 89 Buchstabe f TSchV erfasst Tejus, die erwachsen eine Gesamtlänge von mehr als 1 m erreichen. Der Argentinische Teju wird deutlich länger

Ausbildung nötig

Sachkundenachweis nach Art. 85 Abs. 3 Buchstabe c TSchV erforderlich: Er ist Voraussetzung für die Bewilligung und vor der Anschaffung zu erwerben

Artenschutz beachten

CITES Anhang II: Einfuhr und Weitergabe nur mit Papieren. Beim Kauf Herkunfts- und Nachzuchtnachweis verlangen

Mindestmasse für das Gehege

Anhang 2 Tabelle 5 der Tierschutzverordnung gibt keine Zentimeter vor, sondern Vielfache der Körperlänge. Für diese Art gilt Ziffer 27 (Grosstejus): Grundfläche 5 × 3 Körperlängen, Höhe 3 Körperlängen. Die Grundfläche gilt für bis zu zwei Tiere; jedes weitere Tier verlangt zusätzlich 2 × 2 Körperlängen.

Als Körperlänge zählt bei dieser Gruppe die Kopf-Rumpf-Länge, also ohne Schwanz. Massgebend ist das grösste Tier im Gehege. Kleiner darf das Gehege auch dann nicht sein, wenn weniger Tiere darin leben, als die Tabelle nennt.

Kopf-Rumpf-LängeMindestens
35 cm175 × 105 × 105 cm
42 cm210 × 126 × 126 cm
50 cm250 × 150 × 150 cm

Die Verordnung nennt Tupinambis spp. Der Argentinische Teju wurde erst später in die Gattung Salvator gestellt.

Vorübergehend dürfen Tiere in kleineren Gehegen gehalten werden: für die Quarantäne, zur Behandlung von Krankheiten und Unfällen, zur Eingewöhnung, zur Zucht und Aufzucht sowie für die Winter- oder Kältestarre oder die Trockenruhe (Vorbemerkung D zu den Reptilien).

Das ist die gesetzliche Untergrenze, keine Empfehlung. Ein Gehege, das genau diese Masse erreicht, ist erlaubt, aber nicht deshalb gut. Die Angaben unter «Haltung im Überblick» beschreiben, wie das Gehege eingerichtet sein soll, nicht wie klein es sein darf.

Mindestmass berechnen

Was das Gehege bieten muss

Artgerechte Wärme- und Lichtzonen, gegebenenfalls UV-B, geeigneter Bodengrund, Rückzug, Kletter- oder Grabmöglichkeiten, Wasser und natürliche Ruheperioden sicherstellen.

Unterlagen

Kaufvertrag und Herkunftsnachweis aufbewahren. Wissenschaftlichen Namen verwenden, um CITES- und Einfuhrstatus zuverlässig zu prüfen.

Diese Angaben sind eine Orientierung, keine Rechtsberatung. Verbindlich Auskunft gibt das kantonale Veterinäramt; massgebend ist der Verordnungstext. Mehr zur Rechtslage

Argentinischer Schwarzweisser Teju in ReptiCare führen

Steckbrief anlegen, Terrariummasse prüfen, Fütterungen und Häutungen festhalten.