ArtenTomatenfrosch
Tomatenfrosch
Dyscophus guineti
Leuchtend orangerot, rundlich und ausgesprochen ruhig. Bei Bedrängung sondert er einen klebrigen Schleim ab, der Schleimhäute reizt: Ein Grund mehr, ihn nicht anzufassen.
- Gruppe
- Amphibie
- Einordnung
- Einsteiger
- Herkunft
- Madagaskar

Wo die Art herkommt
- Weltregion
- Madagaskar
- Länder
- Ostmadagaskar
- Lebensraum
- Feuchte Wälder und Sumpfränder im Tiefland
Zu dieser Art führt die App noch keine Herkunftsangabe. Die Verbreitung stammt hier aus der Fachliteratur.
Der natürliche Lebensraum ist der Massstab für die Einrichtung. Wer weiss, woher ein Tier stammt, versteht auch, warum es Wärmezonen, Verstecke und eine bestimmte Luftfeuchtigkeit braucht.
Haltung im Überblick
Dieselben Angaben stehen in der App im Steckbrief des Tieres.
- Terrarium
- Empfehlung für zwei Tiere: mindestens 10 × 5 Körperlängen Grundfläche und 4 Körperlängen Höhe, bei Weibchen von bis zu 12 cm also 120 × 60 × 48 cm. Jedes weitere Tier 2 × 2 Körperlängen dazu. Das sind die Masse der TSchV für bodenbewohnende tropische Frösche (Anhang 2 Tabelle 6 Ziffer 2a); Tomatenfrösche nennt die Verordnung dort nicht. Fläche vor Höhe.
- Temperatur
- 22–26 °C, nachts 20 °C.
- Luftfeuchtigkeit
- 70–80 %, Bodengrund feucht.
- Licht
- Schwach; nachtaktiv.
- Bodengrund
- Tiefe, feuchte Walderde zum Eingraben.
- Einrichtung
- Laub, Korkstücke, Pflanzen, flaches Wasserbecken.
- Wasser
- Flaches Becken, täglich frisch, enthärtet.
- Fütterung
- Zwei- bis dreimal wöchentlich Insekten; erwachsene Tiere sparsam.
- Verhalten
- Dämmerungs- und nachtaktiv, gräbt sich tagsüber ein.
- Umgang
- Nicht anfassen. Das Hautsekret klebt und reizt.
- Vergesellschaftung
- Gruppen gleich grosser Tiere.
- Gesundheit
- Verfettung bei zu häufiger Fütterung.
- Jahresverlauf
- Keine Winterruhe: Madagaskar. Eine Trockenzeit von acht bis zehn Wochen bei 20–22 °C mit stark reduzierter Beregnung, danach eine kräftige Regenperiode — das ist der Auslöser für die Fortpflanzung. In der Trockenzeit graben sich die Tiere ein und fressen wenig.
- Sicherheit
- Keine Bewilligung nötig. Nicht mit dem Roten Tomatenfrosch Dyscophus antongilii verwechseln, der einen eigenen Steckbrief hat: Beide Arten stehen in CITES Anhang II. Die deutschen Namen schwanken: Diese Art heisst auch Südlicher oder Falscher Tomatenfrosch, manche Quellen nennen D. antongilii einfach Tomatenfrosch. Auf den wissenschaftlichen Namen achten.
Rechtslage in der Schweiz
Keine Bewilligung vorgesehen
Keine Bewilligung nötig. Die Art gehört zu keiner der in Art. 89 TSchV aufgezählten Gruppen
Kein Sachkundenachweis vorgesehen
Kein Sachkundenachweis vorgeschrieben. Er ist nur für die in Art. 89 TSchV genannten Tiere verlangt
Artenschutz beachten
CITES Anhang II: Einfuhr und Weitergabe nur mit Papieren. Beim Kauf Herkunfts- und Nachzuchtnachweis verlangen
Mindestmasse für das Gehege
Anhang 2 Tabelle 6 der Tierschutzverordnung, die Tabelle für Amphibien, führt diese Art nicht auf. Die Tabelle ist nach Familien gegliedert und nennt darunter Gruppen, meist mit bestimmten Gattungen oder Arten, bei einigen Ziffern nur als Beispiele. Weder diese Art noch ihre Gattung steht dort; eine Zahl gibt die Tabelle für sie nicht vor.
Dann gilt die allgemeine Regel in Anhang 2 (Buchstabe K): Das Gehege muss so gross sein, dass alles, was die Art braucht (Verstecke, Wärmeplatz, Kletteräste), sinnvoll angeordnet werden kann. Als Massstab nennt die Verordnung Fachgutachten auf wissenschaftlicher Grundlage. Eine verbindliche Zahl gibt es deshalb nicht. Verbindlich Auskunft gibt das kantonale Veterinäramt.
Offen formuliert ist Ziffer 2a, «Bodenbewohnende Frösche aus tropischen und subtropischen Klimazonen», mit Ceratophrys und Hypsiboas nur als Beispielen. Sie steht aber unter der Überschrift «Laubfrösche (Hylidae), Riedfrösche (Hyperoliidae), Hornfrösche (Ceratophrydae) und Ruderfrösche (Rhacophoridae)». Tomatenfrösche gehören zu den Engmaulfröschen (Microhylidae), die in der Tabelle nicht vorkommen. Nach dem Wortlaut erfasst Ziffer 2a sie deshalb nicht. Als Empfehlung, nicht als Vorschrift, nennt der Steckbrief oben trotzdem mindestens die Masse von Ziffer 2a.
Was das Gehege bieten muss
Feuchter, tiefer Bodengrund zum Eingraben, enthärtetes Wasser, Versteck. Amphibienhaut nimmt Stoffe direkt auf.
Unterlagen
Kaufvertrag und Herkunftsnachweis aufbewahren. Wissenschaftlichen Namen verwenden, um CITES- und Einfuhrstatus zuverlässig zu prüfen.
Diese Angaben sind eine Orientierung, keine Rechtsberatung. Verbindlich Auskunft gibt das kantonale Veterinäramt; massgebend ist der Verordnungstext. Mehr zur Rechtslage
