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ArtenSteppenschildkröte

Steppenschildkröte

Testudo horsfieldii

Vierzehig statt fünfzehig, aus Zentralasien statt aus dem Mittelmeerraum. Sie gräbt mehr als jede andere Landschildkröte und hält im Herkunftsgebiet sowohl Winter- als auch Sommerruhe.

Gruppe
Schildkröte
Einordnung
Fortgeschritten
Herkunft
Zentralasien
Steppenschildkröte (Testudo horsfieldii) in trockener Steppe
Foto: Alexander A. Fomichev, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Wo die Art herkommt

Weltregion
Zentralasien
Länder
Kasachstan, Usbekistan, Afghanistan, Iran
Lebensraum
Trockensteppe mit heissen Sommern und kalten Wintern

Zu dieser Art führt die App noch keine Herkunftsangabe. Die Verbreitung stammt hier aus der Fachliteratur.

Der natürliche Lebensraum ist der Massstab für die Einrichtung. Wer weiss, woher ein Tier stammt, versteht auch, warum es Wärmezonen, Verstecke und eine bestimmte Luftfeuchtigkeit braucht.

Haltung im Überblick

Dieselben Angaben stehen in der App im Steckbrief des Tieres.

Terrarium
Freigehege ab 8 m² mit Frühbeet. Sehr grabfreudig: Umrandung mindestens 40 cm tief einlassen.
Temperatur
Sonnenplatz 35–40 °C, Schatten zwingend. Überwinterung bei 4–6 °C.
Luftfeuchtigkeit
Trocken, mit feuchtem Grabbereich.
Licht
Natürliches Sonnenlicht; drinnen starkes UV-B.
Bodengrund
Tiefes Erde-Sand-Gemisch, mindestens 30 cm.
Einrichtung
Steine, Wurzeln, dichte Bepflanzung, ausbruchsichere Umrandung.
Wasser
Flache Schale, täglich frisch.
Fütterung
Wildkräuter, trockener und faserreicher als bei den europäischen Arten. Kein Obst.
Verhalten
Tagaktiv, gräbt ausdauernd, verschwindet bei Hitze und Kälte im Boden.
Umgang
Nur zur Kontrolle und zum Wiegen.
Vergesellschaftung
Einzeln oder mehrere Weibchen. Bedrängt ein Männchen die Weibchen dauerhaft — anhaltendes Berammeln, Beissen, kein Ausweichen möglich —, ist eine Kastration aus Tierschutzsicht die bessere Lösung als eine Trennung auf engem Raum. Der Eingriff gehört in die Hand einer reptilienerfahrenen Tierärztin; er nimmt dem Tier den Fortpflanzungsdruck, nicht das Wesen. Diese Empfehlung stammt vom Zürcher Tierschutz.
Gesundheit
Robust, sofern es trocken genug ist. Nasse Haltung führt zu Panzerproblemen.
Jahresverlauf
Winterstarre von Oktober bis März bei 4–6 °C ist zwingend, nicht optional. Die Steppenschildkröte lebt in Zentralasien mit sehr kurzer Vegetationszeit und hält zusätzlich eine sommerliche Ruhe von vier bis acht Wochen, wenn es zu heiss und trocken wird. Beide Phasen gehören zu ihrem Jahresrhythmus. Zwei bis drei Wochen vor dem Einwintern nicht mehr füttern, damit der Darm leer ist.
Sicherheit
Keine Haltebewilligung nötig, aber ein Herkunftsnachweis (Art. 10 BGCITES). Eine allgemeine Kennzeichnungspflicht gibt es in der Schweiz nicht.

Rechtslage in der Schweiz

Keine Bewilligung vorgesehen

Keine Bewilligung nötig. Die Art gehört zu keiner der in Art. 89 TSchV aufgezählten Gruppen

Kein Sachkundenachweis vorgesehen

Kein Sachkundenachweis vorgeschrieben. Er ist nur für die in Art. 89 TSchV genannten Tiere verlangt

Artenschutz beachten

CITES Anhang II (Washingtoner Artenschutzabkommen). In der Schweiz brauchst du für jedes Tier Papiere, die Herkunft und rechtmässigen Erwerb belegen. Bei der Abgabe gehen sie mit (Art. 10 BGCITES). Wer das Tier öffentlich anbietet, nennt CITES-Anhang, wissenschaftlichen Namen und ob es aus einer Zucht oder der Natur stammt (Art. 7a VCITES). Eine allgemeine Kennzeichnungspflicht gibt es in der Schweiz nicht. Die EU führt die Art in Anhang B

Mindestmasse für das Gehege

Anhang 2 Tabelle 5 der Tierschutzverordnung gibt keine Zentimeter vor, sondern Vielfache der Körperlänge. Für diese Art gilt Ziffer 4 (Europäische Landschildkröten): Grundfläche 8 × 4 Körperlängen. Die Grundfläche gilt für bis zu zwei Tiere; jedes weitere Tier verlangt zusätzlich 2 × 2 Körperlängen.

Als Körperlänge zählt bei dieser Gruppe die Panzerlänge, gerade gemessen vom vorderen zum hinteren Panzerrand, nicht über die Wölbung (Carapax-Stockmass). Massgebend ist das grösste Tier im Gehege. Kleiner darf das Gehege auch dann nicht sein, wenn weniger Tiere darin leben, als die Tabelle nennt.

PanzerlängeMindestens
12 cm96 × 48 cm
15 cm120 × 60 cm
18 cm144 × 72 cm
22 cm176 × 88 cm

Vorübergehend dürfen Tiere in kleineren Gehegen gehalten werden: für die Quarantäne, zur Behandlung von Krankheiten und Unfällen, zur Eingewöhnung, zur Zucht und Aufzucht sowie für die Winter- oder Kältestarre oder die Trockenruhe (Vorbemerkung D zu den Reptilien).

Das ist die gesetzliche Untergrenze, keine Empfehlung. Ein Gehege, das genau diese Masse erreicht, ist erlaubt, aber nicht deshalb gut. Die Angaben unter «Haltung im Überblick» beschreiben, wie das Gehege eingerichtet sein soll, nicht wie klein es sein darf.

Mindestmass berechnen

Was das Gehege bieten muss

Artgerechte Wärme- und Lichtzonen, gegebenenfalls UV-B, geeigneter Bodengrund, Rückzug, Kletter- oder Grabmöglichkeiten, Wasser und natürliche Ruheperioden sicherstellen.

Unterlagen

Herkunftsnachweis verlangen und aufbewahren. Wissenschaftlichen Namen verwenden, um den Anhang zweifelsfrei zu bestimmen.

Diese Angaben sind eine Orientierung, keine Rechtsberatung. Verbindlich Auskunft gibt das kantonale Veterinäramt; massgebend ist der Verordnungstext. Mehr zur Rechtslage

Steppenschildkröte in ReptiCare führen

Steckbrief anlegen, Terrariummasse prüfen, Fütterungen und Häutungen festhalten.