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ArtenMilchschlange

Milchschlange

Lampropeltis triangulum

Hinter dem Namen steckt eine ganze Gruppe von Unterarten mit spürbar unterschiedlichen Ansprüchen. Wer eine hält, muss zuerst wissen, welche.

Gruppe
Schlange
Einordnung
Fortgeschritten
Herkunft
Nordamerika
Milchschlange (Lampropeltis triangulum)
Foto: The original uploader was BillC at English Wikipedia., Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Wo die Art herkommt

Weltregion
Nordamerika
Länder
Südostkanada, östliche und zentrale USA, Nordostmexiko
Lebensraum
Wälder, Felder, felsige Hänge und Grasland

Der natürliche Lebensraum ist der Massstab für die Einrichtung. Wer weiss, woher ein Tier stammt, versteht auch, warum es Wärmezonen, Verstecke und eine bestimmte Luftfeuchtigkeit braucht.

Haltung im Überblick

Dieselben Angaben stehen in der App im Steckbrief des Tieres.

Terrarium
Je nach Unterart werden Milchschlangen 60 bis 150 cm lang. Die Tierschutzverordnung nennt für sie kein Mindestmass. Richtschnur ist das deutsche Fachgutachten zur Reptilienhaltung von 1997: mindestens 1 × 0,5 × 0,5 Körperlängen, bei 100 cm Gesamtlänge also 100 × 50 × 50 cm, bei 150 cm 150 × 75 × 75 cm.
Temperatur
Wärmeplatz 28–31 °C, kühle Zone 21–24 °C.
Luftfeuchtigkeit
Meist 40–60 %, je nach Unterart anpassen.
Licht
Tageslicht und schwaches UVB sinnvoll.
Bodengrund
Grabfähiges, staubarmes Substrat.
Einrichtung
Viele Verstecke, Laub, Kork und Äste.
Wasser
Frisches Trinkwasser.
Fütterung
Aufgetaute Nager; Jungtiere kleinere Beute.
Verhalten
Versteckorientiert, dämmerungs-/nachtaktiv.
Umgang
Stressarm handhaben.
Vergesellschaftung
Einzelhaltung wegen Ophidiophagie.
Gesundheit
Gewicht, Häutung und Atemwege beobachten.
Jahresverlauf
Zwei bis drei Monate Winterruhe bei 12–15 °C. Die Art wurde 2014 aufgeteilt; tropische Verwandte aus Mittel- und Südamerika laufen im Handel oft weiter als «Milchschlange». Deshalb zuerst Art und Herkunft klären: Tropische Formen ruhen deutlich kürzer oder gar nicht. Vor dem Abkühlen zwei bis drei Wochen nicht füttern.
Sicherheit
Unterart genau bestimmen; Bedürfnisse variieren.

Rechtslage in der Schweiz

Keine Bewilligung vorgesehen

Keine Bewilligung nötig. Die Gattung steht in der Verordnung des BLV über die Haltung von Wildtieren (SR 455.110.3) auf der Liste der ungefährlichen Giftschlangen und ist damit von der Bewilligungspflicht nach Art. 89 Buchstabe h TSchV ausgenommen

Kein Sachkundenachweis vorgesehen

Kein Sachkundenachweis vorgeschrieben. Er ist nur für die in Art. 89 TSchV genannten Tiere verlangt

Kein CITES-Eintrag

Nicht in den CITES-Anhängen geführt: Einfuhr und Weitergabe brauchen keine Artenschutzpapiere. Der Kaufbeleg gehört trotzdem in die Unterlagen

Mindestmasse für das Gehege

Anhang 2 Tabelle 5 der Tierschutzverordnung führt diese Art nicht auf. Bei den Schlangen etwa nennt die Tabelle nur Riesenschlangen (Pythons und Boas), Giftnattern, Vipern und Grubenottern sowie einzelne giftige oder gefährliche Nattern; für die übrigen steht dort keine Zahl.

Dann gilt die allgemeine Regel in Anhang 2 (Buchstabe K): Das Gehege muss so gross sein, dass alles, was die Art braucht (Verstecke, Wärmeplatz, Kletteräste), sinnvoll angeordnet werden kann. Als Massstab nennt die Verordnung Fachgutachten auf wissenschaftlicher Grundlage. Eine verbindliche Zahl gibt es deshalb nicht. Die Richtwerte im Rechner stammen aus dem Fachgutachten von 1997. Verbindlich Auskunft gibt das kantonale Veterinäramt.

Mindestmass berechnen

Was das Gehege bieten muss

Ausbruchsicheres Terrarium, artspezifische Temperaturzonen, geeignete Feuchtigkeit, Rückzugsmöglichkeiten, Wasser, Bodengrund und gegebenenfalls Winter- oder Trockenruhe bereitstellen. Lebendfütterung ist nur unter den engen Voraussetzungen von Art. 4 Abs. 3 TSchV zulässig.

Unterlagen

Kaufvertrag und Herkunftsnachweis aufbewahren. Bei Import oder Ausfuhr gelten zusätzlich tierseuchen- und artenschutzrechtliche Bestimmungen.

Diese Angaben sind eine Orientierung, keine Rechtsberatung. Verbindlich Auskunft gibt das kantonale Veterinäramt; massgebend ist der Verordnungstext. Mehr zur Rechtslage

Milchschlange in ReptiCare führen

Steckbrief anlegen, Terrariummasse prüfen, Fütterungen und Häutungen festhalten.