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ArtenBoa constrictor

Boa constrictor

Eine kräftige Würgeschlange, die deutlich grösser wird, als viele erwarten. Wer sie hält, plant das Terrarium für das ausgewachsene Tier, nicht für das Jungtier.

Gruppe
Schlange
Einordnung
Fortgeschritten
Herkunft
Mittel- und Südamerika
Boa constrictor (Boa constrictor)
Foto: Charles J. Sharp, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Wo die Art herkommt

Weltregion
Mittel- und Südamerika
Länder
Mexiko, Mittelamerika, weite Teile Südamerikas und einzelne Karibikinseln
Lebensraum
Tropische Wälder, Trockenwälder, Savannen und Buschland

Der natürliche Lebensraum ist der Massstab für die Einrichtung. Wer weiss, woher ein Tier stammt, versteht auch, warum es Wärmezonen, Verstecke und eine bestimmte Luftfeuchtigkeit braucht.

Haltung im Überblick

Dieselben Angaben stehen in der App im Steckbrief des Tieres.

Terrarium
Sehr stabiles, verriegelbares Terrarium, nach TSchV mindestens 1 × 0,5 Körperlängen Grundfläche und 0,75 Körperlängen Höhe: bei 2 m Gesamtlänge also 200 × 100 × 150 cm, bei 2,5 m 250 × 125 × 188 cm, grössere Tiere entsprechend mehr. Adulte Tiere werden je nach Lokalform oft 180–250 cm lang oder länger; massgebend ist das eigene Tier.
Temperatur
Wärmeplatz etwa 31–33 °C, warme Zone 27–30 °C, kühle Zone ungefähr 24–26 °C; nachts leichte Absenkung.
Luftfeuchtigkeit
Meist ungefähr 60–75 %, mit guter Lüftung und trockenen Ruheflächen.
Licht
Klarer Tag-Nacht-Rhythmus, helles Vollspektrumlicht und schwaches bis mittleres UVB sinnvoll.
Bodengrund
Feuchtigkeitspuffernde, hygienisch kontrollierbare Erde-/Rindenmischung, ausreichend tief.
Einrichtung
Sehr stabile Äste und Plattformen, grosse passende Verstecke, Sichtschutz und robuste Wasserschale.
Wasser
Grosse, schwere Wasserschale; häufig reinigen.
Fütterung
Passend grosse aufgetaute Säuger oder andere fachlich geeignete Beute. Adulte Tiere in grossen Abständen füttern; Übergewicht ist häufig.
Verhalten
Dämmerungs- und nachtaktiv, kräftig und je nach Individuum gut handhabbar, aber sehr stark.
Umgang
Grössere Tiere nur mit einer zweiten erfahrenen Person handhaben. Körper vollständig unterstützen.
Vergesellschaftung
Einzelhaltung.
Gesundheit
Gewicht und Körperform engmaschig kontrollieren; Atemwege, Maul, Haut und Wirbelsäule beobachten.
Jahresverlauf
Keine Winterruhe: Das Verbreitungsgebiet reicht von Mexiko bis Argentinien und ist überwiegend tropisch. Für die Zucht wird eine kühlere Phase von acht bis zehn Wochen mit Nachtabsenkung auf 22–24 °C nachgestellt. Bei Tieren aus dem Süden des Areals darf sie etwas kühler ausfallen — Herkunft klären.
Sicherheit
Für grosse Exemplare gelten erhöhte Sicherheitsanforderungen. Verriegelungen, Notfallplan und zweite Person sind wichtig.

Rechtslage in der Schweiz

Keine Bewilligung vorgesehen

Keine Bewilligung. Art. 89 Buchstabe f TSchV nimmt die Königsboa (Boa constrictor) ausdrücklich von der Bewilligungspflicht für Riesenschlangen aus. Sie ist die einzige genannte Ausnahme

Kein Sachkundenachweis vorgesehen

Kein Sachkundenachweis vorgeschrieben. Er ist nur für die in Art. 89 TSchV genannten Tiere verlangt

Artenschutz beachten

CITES Anhang II, die argentinische Unterart Boa constrictor occidentalis in Anhang I. Einfuhr und Weitergabe nur mit Papieren. Beim Kauf Herkunfts- und Nachzuchtnachweis verlangen

Mindestmasse für das Gehege

Anhang 2 Tabelle 5 der Tierschutzverordnung gibt keine Zentimeter vor, sondern Vielfache der Körperlänge. Für diese Art gilt Ziffer 43a (Kleine und mittelgrosse Pythons und Boas): Grundfläche 1 × 0,5 Körperlängen, Höhe 0,75 Körperlängen. Die Grundfläche gilt für bis zu zwei Tiere; jedes weitere Tier verlangt zusätzlich 0,5 × 0,2 Körperlängen.

Als Körperlänge zählt bei dieser Gruppe die Gesamtlänge von der Schnauze bis zur Schwanzspitze. Massgebend ist das grösste Tier im Gehege. Kleiner darf das Gehege auch dann nicht sein, wenn weniger Tiere darin leben, als die Tabelle nennt.

GesamtlängeMindestens
150 cm150 × 75 × 113 cm
200 cm200 × 100 × 150 cm
250 cm250 × 125 × 188 cm
300 cm304 × 152 × 220 cm
350 cm383 × 192 × 220 cm

Rechnerisch käme bei den grösseren Tieren eine Höhe über 2,2 m heraus. Die Verordnung erlaubt, dort auf 2,2 m zu begrenzen, verlangt dafür aber eine entsprechend grössere Grundfläche, damit das Volumen stimmt. Die Tabelle oben rechnet das bereits so.

Vorübergehend dürfen Tiere in kleineren Gehegen gehalten werden: für die Quarantäne, zur Behandlung von Krankheiten und Unfällen, zur Eingewöhnung, zur Zucht und Aufzucht sowie für die Winter- oder Kältestarre oder die Trockenruhe (Vorbemerkung D zu den Reptilien).

Das ist die gesetzliche Untergrenze, keine Empfehlung. Ein Gehege, das genau diese Masse erreicht, ist erlaubt, aber nicht deshalb gut. Die Angaben unter «Haltung im Überblick» rechnen diese Untergrenze für ausgewachsene Tiere vor; sie nennen das Minimum, nicht das Ideal.

Mindestmass berechnen

Was das Gehege bieten muss

Das Gehege muss ausbruchsicher sein und der Art entsprechende Temperaturzonen, Luftfeuchtigkeit, Verstecke, Wasser und gegebenenfalls erhöhte Liegeflächen aufweisen. Bei ungewöhnlich grossen, gefährlichen oder gewerbsmässigen Haltungen können weitere Vorschriften greifen.

Unterlagen

Lückenlosen Herkunftsnachweis und Kaufvertrag aufbewahren. Bei Grenzübertritten CITES-Bewilligungen und Artenschutzkontrolle vorab klären.

Diese Angaben sind eine Orientierung, keine Rechtsberatung. Verbindlich Auskunft gibt das kantonale Veterinäramt; massgebend ist der Verordnungstext. Mehr zur Rechtslage

Boa constrictor in ReptiCare führen

Steckbrief anlegen, Terrariummasse prüfen, Fütterungen und Häutungen festhalten.